26. Internationales K 70-Treffen 2012 in Höhr-Grenzhausen/Westerwald
(organisiert von Jutta und Peter Rodenberg)

Wir Hamburger haben unsere ganz eigene Sprache und so manch allgemein Bekanntes heißt bei uns anders. So ist z.B. ein Kaffeebecher eine »Muck«, ein zum Wischen des Fußbodens zu benutzender Aufnehmer ist ein »Feudel« während ein Lappen zum Abwischen der Spüle oder des Küchentisches »Faatuch« heißt. Ein Handfeger ist eine »Handeule« und ein Kehrblech ist ein »Leuwagen«.

Und dann ist da noch das »Hotschefiedel«. Das kann ein kleiner Hund sein oder auch ein kleines Auto, angeblich auch ein kleines Mädchen aber das wurde wissenschaftlich noch nicht eindeutig bewiesen, aber glauben wir es erstmal... So ist z. B. ein NSU Prinz ein Hotschefiedel, während ein K70 aber kein Hotschefiedel ist, ein K70 ist ein K70 und sonst nix. Ein Auto für Männer also, die Pfeife rauchen! (Das hab ich aus einem Testbericht).

Angesichts dieser so erfreulichen Tatsache verwundert es nicht, das auch ein nunmehr K70-loser Hamburger von Zeit zu Zeit die Nähe zu solchen Fahrzeugen sucht. Ein K70-Treffen ist da genau die richtige Gelegenheit und als wir am Freitag gegen 16.00 Uhr in Grenzhausen ankamen, trafen wir auf einen leuchtorangenen K70. Der gehört Jutta und Peter Rodenberg, die gerade damit beschäftigt waren, eine K70-Flagge zu hissen. Auch ein roter K70 aus Franken war schon dort.

Ein kleiner Willkommensplausch wurde gehalten als kurz darauf Peter´s Handy klingelte. Ein anreisender K70 hatte eine Panne und brauchte Hilfe. Als Serviceleiter eines VW-Betriebes hatte Peter damit keine Probleme und einen Servicewagen hatte er auch gleich mitgebracht. Ich nahm auf dem Beifahrersitz Platz und los ging die Fahrt - beim Liegengebliebenen hatte der Lima-Regler des K70 aufgegeben. Ersatz war aber kein Problem.

Zurück in Grenzhausen trafen wir auf weitere Teilnehmer. So langsam füllte sich der Platz vor dem Hotel. Später am Abend, man hatte das Essen im Restaurant schon eingenommen, kam noch die Familie Kernke hinzu. Man weiß es ja: Andreas lebt mit einer Art aufblasbarer Weltraumzeit, sprich: bei ihm gehen die Uhren anders.


Ich hatte mein Nachtasyl in Familie Rodenbergs Gästewohnung gefunden. Deren Haus liegt herrlich auf einem Berg mit großem Garten und Blick auf Koblenz. Da fiel das Einschlafen gar nicht leicht, zu schön war der Blick aus dem Fenster auf die Lichter der Stadt.

Für die nächsten Abende hatten sich noch die Familien Thimm und Hemtschak angesagt, die im Garten zelten wollten, also: volle Bude!

Am nächsten Morgen waren schon fast alle Teilnehmer angereist, als wir am Treffpunkt ankamen. Zwei Motorhauben waren geöffnet. Die eine gehörte Jörg Ballwanz, der damit beschäftigt war, seinen Kühler zu wechseln, die andere gehörte Andreas Kernke, dem die Wasserpumpe undicht geworden war. Jörg brauchte noch ein bisschen Zeit und wollte, das wir ohne ihn fuhren. Andreas traute sich auch mit der defekten Pumpe zu fahren.

So bildete sich ein Konvoi, bestehend aus ca. 25 Fahrzeugen, leider aber blieb der Verband nicht lange zusammen, es schien doch so sehr schwierig zu sein, dem Vordermann einfach nur hinterher zu fahren und gleichzeitig den Hintermann im Auge zu behalten. Zudem kommt es immer wieder zu dem seltsamen, spontan auftretenden Phänomen, das sich Energievampire über Tankinhalte hermachen. Wie sonst ist es zu erklären, dass während einer Clubausfahrt plötzlich getankt werden muss? Das kann man doch vorher machen! So hatte ich genügend Zeit um mich dem Vorhaben zu widmen, Brötchen mit Erdnussbutter zu beschichten und diese dann aufzuessen.

Deutlich später als geplant kamen wir bei der Autoverwertung Ludolf in Dernbach an, bekannt aus Presse und Fernsehen. Leider bequemte sich keiner der Brüder uns einzulassen oder auch nur mal kurz raus zu kommen, so waren die einzigen Autos, die zu sehen waren, ein paar Rostlauben, die da wohl schon länger vor der Tür standen. Dabei war auch ein VW 181, ehemaligen Bundis noch als »Kübelwagen« bekannt. Prima, so ein Ding habe ich dort auch gefahren, später war es ein VW Iltis. Bei dem gingen immer die Außenspiegel kaputt. Warum? Weil der Iltis drauf gefallen war, die kippten nämlich leicht mal um.

 


Die nun folgende Fahrt zur Feste Ehrenbreitstein war das reinste Chaos. Nicht nur wegen der Schwierigkeiten Einzelner mit dem Vorder- und Hintermann. Ein Verwirrter wendete vor der Abfahrt bei den Ludolfs, andere machten daraufhin das Gleiche. Während der Fahrt nach Koblenz hatte die arme Jutta nun alle Hände voll zu tun. Der vordere Teil des Konvois fuhr Peter hinterher, denn irgendjemand hat wohl zu viel Abstand zum Vordermann gelassen, sodass fremde Fahrzeuge einscheren konnten. Sind das Kraftfahrer, die im Glauben handeln, dass ihre Grotte sowieso nicht richtig funktioniert und denen es unmöglich scheint, länger als ein paar Sekunden im Bereich jenseits der 60 km/h Schallmauer zu operieren?

Der Verband riss auseinander und die nachfolgenden Fahrer verloren den Kontakt. Wir Abgehängten fanden zwar auch den Weg nach Koblenz, aber es wäre doch schöner gewesen, wenn wir alle zusammen an der Burg Ehrenbreitstein angekommen wären.

Dort hatte der Veranstalter die nächsten Stunde zur freien Verfügung eingeplant. Die meisten Teilnehmer bestaunten die Burg oder fuhren mit der Seilbahn nach Koblenz, einige machten sich aber auch auf eigene Faust auf den Weg und stießen erst abends wieder zu uns. Andreas baute bei gefühlten 30°C im Schatten die neue Wasserpumpe ein, die Mario aus weiser Voraussicht mitgebracht hatte.

Das abendliche Beisammensein fand in einem gemütlichen Gartenlokal statt. Mit von der Partie war ein Zauberkünstler, der alle in seinen Bann zog. Ein besonderer Hingucker war seine Karaffe mit Wasser (»Zauberwasser aus Indien«), die scheinbar nie leer wurde.

   
So verging der Abend wie im Fluge. Neben  mir sass Ingo und der hatte seinen Sprachcomputer wieder auf »laut« und »schnell« gestellt... Ingo`s tolle Worte vermischt mit dem bereits erwarteten Staubwolken-weit-Husten (er glaubt ein super gutes Langzeitgedächtnis zu haben und trachtet dieses zu beweisen indem er gern von lang vergangenen Ereignissen spricht) ließen die Zeit wie im Fluge vergehen.

Später bei Rodenbergs hatten Thimms und  Hemtschaks das Vergnügen, ihre Hauszelte bei Dunkelheit aufzubauen. Ich lehnte mich zurück und gab gute Ratschläge. Später hockten wir noch in Rodenbergs Gartenlaube ab, aber irgendwie waren alle platt und gingen bald zu Bett.

Am nächsten Morgen war wieder Treffpunkt in Grenzhausen - eine Brauereibesichtigung stand an.
Die Fahrt dorthin verlief fast ohne besondere Vorkommnisse. Dass Teilnehmer verloren gehen, kennt man ja schon. Unterwegs trafen wir auf eine Gruppe wirklich gut aussehender Radfahrer. Bunte Paradiesvögel, die wohl eine Abneigung gegenüber Autos hatten, die, wie sie selbst, auf einer öffentlichen Strasse fahren. Nachdem sie erst hintereinander her fuhren, veränderten sie ihre Taktik, fuhren bald demonstrativ nebeneinander und wollten uns nicht vorbeilassen. Da fragt man sich doch, ob der Kopfschutz, den sie trugen, nicht einen Kopfschuss verdeckt. Sollte es einen Club der anonymen asozialen Radfahrer geben, könnten das die Ehrenvorsitzenden gewesen sein. Na ja, vielleicht bekommen sie irgendwann dafür noch eins auf die Glocke, Beweisfotos sind ja vorhanden...
Auf dem Parkplatz der Brauerei wurden die Fahrzeuge zum Gruppenfoto aufgestellt, die Teilnehmer standen davor. Während der folgenden Führung durch die heiligen Hallen der Bierproduktion, die beiden mitgeführten Flohschleudern (nein es waren keine Hotschefiedels, dafür waren sie zu groß) [Anm. d. Redaktion: Arne meint Hunde], durften nicht mit hinein und mussten mit ihren Herrchen draussen bleiben,  wurde über die verschiedenen Arbeitsabläufe informiert und es konnten von den unterschiedlichen Biersorten Proben genommen werden. Besonders stolz waren die Brauleute auf ihren besonderen Hopfen, den »Aromahopfen«. Später gab es eine kleine Stärkung in Form einer Kartoffelsuppe.
Der nächste Programmpunkt war eine Art Landschaftspark gleich um die Ecke, der Pächter wollte wohl für Werbezwecke gerne Fotos mit Oldtimern in seinem Park machen, so durften ein paar K70 hineinfahren, aber auch sonst war der Park sehenswert - jedenfalls für Gartenfreunde.

Danach ging es in ein nahegelegenes Cadillac Museum, sowas vermutet man ja nicht gerade im tiefsten Westerwald. Kaffee und Kuchen gab es satt und schmeckten nach mehr. Auch der Rundgang durch das Museum mit den Amischlitten war schon interessant. Der Pächter besteht darauf, das er im Keller seines Museums den größten Ersatzteilbestand für die ausgestellten Autos weltweit hat, nur leider hatte er den Schlüssel gerade nicht parat. Icch glaub´s ihm auch so...


Draussen auf dem Parkplatz sah es derweil aus, als ob Jörgs Auto trotz neuem Kühler doch noch inkontinent wäre - eine Wasserlache lag unter dem Wagen. Ein Blick in den Motorraum zeigte aber keinen Wasserverlust, da muß sich wohl jemand einen bösen Scherz erlaubt und das Wasser dort ausgeschüttet haben... oder war es Zauberwasser aus Indien?

Bis zum nächsten Programmpunkt, dem abendlichen Beisammensein, war es noch lange hin. Für die teilnehmenden Kinder hatten sich Jutta und Peter etwas ganz Besonderes ausgedacht - ein Besuch auf einer Slot Car Bahn stand an. Es fand ein richtiges Rennen statt und die kleinen Teilnehmer bekamen Urkunden auf denen die erreichten Rundenzahlen vermerkt sind. Den ersten Platz machte Leah Kernke (Hotschefiedel?), den zweiten ihr Bruder Marcel (kein Hotschefiedel).  Früh übt sich...

Das Abendessen fand wieder in Grenzhausen statt. Später war »hoch die Tassen« in Rodenbergs Laube mit Thimms und Hemtschaks und später auch Kernkes (die mit der Weltraumzeit).

Tags darauf fand auf einer Burg für die noch nicht Abgereisten ein Schiessen mit Pfeil und Bogen statt, den Abschluss des Treffens bildete ein Grillen bei Rodenbergs im Garten mit fröhlichem Zeltabbau und gemütlicher Kaffeerunde. Die letzten Gäste fuhren am frühen Abend nach Hause.

Da kann man das nächste internationale K70-Treffen doch kaum erwarten, vielleicht findet es im Ostharz statt, Hemtschaks überlegen sich das noch mal gut, haben aber grundsätzlich Lust es zu organisieren, bis dann also!

 

Text:Arne Kunstmann
Fotos:© Andreas Kernke

Anm. d. Redaktion: Herzlichen Dank an Jutta und Peter - es war wirklich toll bei Euch! Inzwischen steht übrigens auch fest, dass das Treffen 2013 von Jens Hemtschak in der Nähe von Magdeburg ausgerichtet wird!

 

Zeitungsberichte:

 
Vorbericht Nachbericht
   

 

Bilder vom Treffen
     
Zurück zur Auswahl
1. Internationaler K70-Club e.V. * Goethestraße 19a * 46514 Schermbeck * Tel.: 02853/448037 * K70-Club@gmx.de