20. Internationales K 70-Treffen 2006 in Weißbach / Baden-Württemberg

Das diesjährige Internationale K70-Treffen fand vom 2.6. bis 5.6.2006 in Weißbach im Hohenloher Land statt. Das Treffen war unser 20. Treffen und wurde von unserem 3. Vorsitzenden Markus Retz organisiert.

Freitag, 2. Juni 2006, 9:20 Uhr. Der marathonmetallic-farbene K70 mit dem Pinneberger Kennzeichen setzt sich Richtung Süden in Bewegung. In der Ölwanne schwappt frisches Motoröl, Ventile, Zündung und Vergaser sind optimal eingestellt, der zuvor schwergängige Bremskraftregler versieht wieder problemlos seinen Dienst. Als Beweis für den guten Zustand kleben seit dem Vortag auf dem vorderen und hinteren Kennzeichen blaue Plakette mit dem Fälligkeitsdatum Juni 2008, der Prüfbericht weist keine Mängel aus. Der Tank ist randvoll mit dem für das 75PS-Aggregat eigentlich nicht notwendigen Superbenzin gefüllt.

Die Fahrt führt zunächst von Wedel nach Pinneberg auf die A23. Von hier hätten weitere Teilnehmer hinzukommen können, aber andere Dinge waren offensichtlich wichtiger. Schnell ist der Elbtunnel im Verlauf der A7 erreicht, alle vier Röhren sind geöffnet und gestatten eine Problemlose Fahrt. Hinter diesem Bauwerk ist das Tempolimit aufgehoben, die Nadel des Tachometers pendelt bis zur Anschlußstelle Soltau-Ost um die 120km/h, danach sind erst einmal 100 km/h drin. Immer wieder wechseln freie Fahrt und Langsamfahrstellen, das geht so bis zum Verlassen der Autobahn 81 an der Anschlußstelle Osterburken. Zunächst aber wird der Autohof Rhüden/Harz angelaufen, planmäßige Ankunft 12:00 Uhr, bereits zehn Minuten vor Plan rollt der K70 dort an die Zapfsäule. Kurz darauf triff Jörg Henze mit seiner Mutter Bärbel aus Langelsheim mit dem alaskametallic-farbenen '73er K70 ein.

Die Insassen nehmen noch einen kleinen Imbiß aus den Vorräten ein bevor die Fahrt nun gemeinsam in einem Mini-Konvoi fortgesetzt wird.

Ohne größere Störungen geht nun die Fahrt über die Kasseler Berge bis nach Würzburg.

Dort verlassen wir die A7 am Biebelrieder Kreuz und wechseln für einige Kilometer auf die A3 Richtung Frankfurt. Bereits am Dreieck Würzburg-West verlassen wir die A3 und biegen auf die A81 Richtung Heilbronn ab.

An der Raststätte Tauberbischoffsheim gibt es noch mal frischen Sprit für die K70, damit das Programm am Folgetag nicht mit leerem Tank angetreten wird. Seit dem Treffen in und um Flensburg, als einige Tankvorgänge während der Konvoifahrt für Unmut der restlichen Teilnehmer sorgten, haben offensichtlich
alle in dieser Hinsicht dazugelernt.
Die A81 verlassen wir dann an der Anschlußstelle Osterburken und fahren über Bieringen, Westernhausen und Crispenhofen nach Weißbach. Dieser Teil der Strecke enthält einige anspruchsvolle Serpentinen, die schon eine gewisse Anforderung an Mensch und Maschine stellen aber von den „Nordlichtern“ problemlos gemeistert werden. Da Jörg und ich schön öfter bei Markus Retz, dem diesjährigen Organisator des Jahrestreffens waren, fanden wir den Sammelparkplatz der Konrad-Hornschuch-Werke auch problemlos, wo sich schon einige K70 samt Besatzung eingefunden hatten. Nach einer kurzen Begrüßung suchten wir noch kurz unsere Quartiere in Ingelfingen und Sindringen auf, um wieder zum Treffpunkt zurückzukehren. Jörgs K70 durfte sogar in der eigens geräumten Garage des Vermieters der Ferienwohnung abgestellt werden, meiner hatte immerhin einen eigenen Stellplatz vor dem Haus, in dem die sich Ferienwohnung befindet. Gemeinsam fuhren die K70 dann zur Sporthalle Weißbach, in der aufgrund der unsicheren Witterungslage das Angrillen für das diesjährige Treffen verlegt worden war.


Der riesige Raum hätte weitaus mehr Teilnehmern Platz geboten, im Anbetracht der Tatsache, daß es sich bei dem Grillabend um einen inoffiziellen Termin handelte, war die Resonanz seitens der Teilnehmer sehr gut. Markus Freund Andy mußte drei Schweinehälse opfern, um den Hunger der K70-Gemeinde zu stillen, dazu kamen Salate und Weckle, später dann Erdbeerkuchen und Kaffee. Getränke waren für jeden Geschmack reichlich vorhanden. Für den Kostenbeitrag von nur 15€ konnte hier jeder nach Herzenslust genießen. Nach dem gemeinschaftlichen Aufräumen verstreute sich die Meute in die Quartiere zur wohlverdienten Nachtruhe nach teilweise weiter Anreise.




Am Sonnabend morgen versammelten sich dann die K70-Besatzungen mit ihren Fahrzeugen wieder auf dem Parkplatz der Firma Hornschuch, wo
natürlich noch weitere K70 samt Besatzungen eintrafen.

Pünktlich setzte sich der bunte Konvoi in Richtung Audi-Forum Neckarsulm in Bewegung.
Dort erwartete uns ein Empfang, der dem selbstgestellten Premiumanspruch der Marke Audi gerecht wird.

Wir durften unsere K70 direkt vor dem Konzernforum abstellen, in dem den Kunden, die teilweise sechsstellige Beträge für ihre neuen Ringträger augegeben haben, ihre neuen Schätze in Emfang nehmen dürfen.Direkt neben dem Tor, aus dem die nagelneuen Audi die ersten Meter mit ihren stolzen Besitzern ins Freie rollen, standen an diesem Tag unsere K70 in Reih' und Glied.

Auch Audi hatte eine Fotografin zur Dokumentation geschickt, sie und weitere Mitarbeiter des Forums halfen uns dabei, die Fahrzeuge fotogen aufzustellen. Die farbenfrohen Oldtimer spiegelten sich durch die strahlende Sonne in der konvexen Glasfront des Audi-Forums und lockten Passanten, Besucher des Audi-Forums und Fahrzeugabholer an.

Während die K70 vor dem Forum bestaunt und fotografiert wurden, erwartete deren Besatzung im Forum ein feiner Imbiß mit Brezeln, Kaffee, Säften und Mineralwasser satt. Ein Mitarbeiter des Audi-Forums bot uns dann eine umfangreiche Führung durch das Forum an, dazu erhielt jeder von uns ein Empfangsgerät und einen Kopfhörer ausgehändigt, so daß jeder den von dem Herrn gesprochenen Ausführungen folgen konnte, auch wenn er nicht direkt daneben stand, ein toller Service.

Im Forum befinden sich viele zwei- und vierrädrige Meilensteine der Marken NSU und Audi, alle wurden ausführlich erklärt. Eine Ausstattung der Audi Tochter „Audi exclusiv“ präsentiert im Forum mehrere Fahrzeuge, um das Leistungsspektrum dieser auf Individualisierung ausgelegten Firma zu demonstrieren.

Auch ein Einkaufsbereich mit Zubehör und Kleidung darf natürlich nicht fehlen, preislich ist alles vertreten, vom Schnäppchen bis zu Waren, deren Wert einem in Erfurcht erstarren läßt.

Nach der Führung durch das Forum schloß sich eine Präsentation und ein Imagefilm der Marke Audi in einem kleinen Kino an, bevor es in einem Reisebus auf eine Werksrundfahrt ging. Aufgrund der am Wochenende ruhenden Produktion war ein Einblick in selbige leider nicht möglich.

Im Anschluß an diesen „offiziellen“ Teil bot sich die Möglichkeit zur Besichtigung des benachbarten NSU-Zweiradmuseums oder eines kleinen Stadtbummels an, bevor sich der Konvoi zum Ort des sonnabendlichen gemütlichen Beisammenseins, der Besenwirtschaft „Eugen's Besen“ nach NSU-Dahenfeld in Bewegung setzte.









Dort erwartete uns ein feines Mal schwäbischer Herkunft.
Die Wirtin, der Wirt, aber auch einige Mitglieder lockerten den Abend mit launigen Einlagen noch weiter auf, bevor sich nach und nach die müden K70-Helden auf den Weg in ihre Quartiere machten und durch ausreichenden Schlaf wieder für die Herausforderungen des folgenden Tages gewappnet zu sein.


Auch der Sonntag begann wieder auf dem bekannten Parkplatz in Weißbach.

Von dort ging die Fahrt nach einer ausgiebigen Fotosession auf verschlungenen, mit reichlich Steig- und Gefällstrecken gespickten Pfaden zunächst nach Grünbühl zur Halle von Joachim Salinger, in der neben einigen K70 auch Ro80, Golf 1, diversen Audi-Modellen, Trabant, Käfer und Citroen eine trockene und sehr saubere Unterkunft gefunden hatten.

Nach diesem Besuch in der riesigen privaten Sammlung setzte sich der Konvoi in Richtung Freilandmuseum Wackershausen in Bewegung, danach klang der Sonntagabend in Ingelfingen besinnlich aus.


Am Montagmorgen versammelten sich noch einmal fast alle Teilnehmer auf dem bekannte Firmenparkplatz. Für die, die keine lange Heimreise antreten mußten, wurde für diesen Tag noch die Besichtigung des Salzbergwerkes mit einem anschließenden Besuch beim berühmten Schnitzel-Charlie angeboten.




Erfreulich ist der Umstand zu bewerten, daß zumindest während der Anreise und dem Treffen vor Ort keine Störungen an den K70 aufgetreten sind, lediglich eine etwas zu stamm eingestellte linke Trommelbremse in Verbindung mit einer wohl zu andauernden Bedienung während der Paßfahrten auf dem Weg zu Achims Halle sorgte für ein wenig Qualm und Gestank an einem der Fahrzeuge. Seit Jahren kamen Klagen aus dem Süden des Landes, daß alle Treffen immer im Norden stattfänden, so war es an den Süddeutschen zu beweisen, daß eine zu lange Anreise der Grund für die Nichtteilnahme an den Treffen der letzten Jahre war. Was in diesem Jahr aber folgte, war eine eindrucksvolle Demontration der K70-Liebhaber nördlich des Mains, daß Entfernungen keine Rolle spielen, oder sind ihre K70 nur in einem besseren Zustand? Daß auch kleine Mängel kein Grund sind, ein Treffen zu schwänzen, bewies eindrucksvoll die Familie Thimm aus Celle. Das marathonblaue Sondermodell hat Schwierigkeiten mit ungleichmäßig abgenutzten Bremsscheiben, die Mario aufgrund Zeitmangel noch nicht beheben konnte. So wurde kurzerhand der K70 auf einen an einem VW Bus gehängten Trailer geladen und der Weg in den Süden angetreten, "Trailer-Timm" verdient unser aller Respekt mit nur einen rund 70PS starken Bus samt Trailer und K70 darauf den Weg über die Kasseler Berge in das Hohenloher Land anzutreten, einfach klasse gemacht, Hut ab vor Manuela, Mario, Tjark und Kjell-Rune.

Die weitesten Wege von drei Teilnehmer lagen jeweils um die 600 Kilometer für die einfache Strecke, wenn ich zu den 1.200 Kilometern dann noch die Fahrten nach Heide und zurück zur Wartung und Hauptuntersuchung, die Rundfahrten und einen Abstecher nach Stuttgart hinzurechne, dann sind weit über 1.600 Kilometer Strecke mit dem K70 in weniger als einer Woche problemlos zurückgelegt, Manfred Sobilla war kurz vor dem Treffen mit seinem K70 schon einmal nach Bayern gefahren. Der K70 ist ein Reisewagen, warum soll heute das, was vor rund 30 Jahren galt heute nicht mehr gelten? Fakt ist, daß die K70 am besten und störungsfreiesten laufen, die regelmäßig auch einmal längere Strecken unter die Räder bekommen. (hun)

Text: Hans-Ulrich Neumann
Fotos: Andreas Kernke, Hans-Ulrich Neumann, Jörg Henze

Bilder vom Treffen
           
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