19. Internationales K 70-Treffen 2005 in Heide/Holstein
Pfingstsonnabend 2005, über ganz Deutschland ging fieser Dauerregen nieder, nur der nordwestliche Zipfel des Landes blieb davon erst einmal verschont. Genau dort fand das 19. Internationale K70-Treffen statt. Im Laufe des Vormittags trafen nach und nach die Teilnehmer ein, meist mit dem K70, aber auch einige mit Alltagswagen. Dabei sein ist alles; und was soll man machen, wenn der eigene K70 nicht betriebsbereit oder mitten in der Restaurierung steckt?
Alle Teilnehmer erhielten das Programm für die beiden Tage ausgehändigt, daß von Hans-Ulrich Neumann mit Unterstützung von Jörg Peter Neumann von den K70-Freunden e.V. ausgearbeitet wurde. Darin enthalten waren Zeitangaben, Streckenverläufe, Eintrittspreise und sogar Karten, in denen die Strecken der Rundfahrten markiert waren. Die Fahrzeiten waren mit Hilfe eines Routenplaners im Internet für eine Geschwindigkeit von 60 km/h kalkuliert worden, dazu ein Zuschlag von jeweils einer halben Stunde. Diese Vorgehensweise hatte sich während beider Tage bewährt, trotz verspäteter Abfahrten gelang es, immer wieder in den geplanten Zeitablauf zu kommen, ohne unterwegs rasen zu müssen. Auch die maximale Geschwindigkeit von 80 km/h an der Kolonnenspitze bei den Rundfahrten hat sich bewährt, dazu sanfte Änderungen der Geschwindigkeit, so mußten auch am Ende keine Vollgasbeschleunigungen oder Schnellbremsungen hingelegt, oder, was wohl schon vorgekommen sein soll, mit überhöhter Geschwindigkeit mit entsprechenden Folgen gefahren werden.





Das Autohaus Stotzem hatte für die Teilnehmer belegte Brötchen und Getränke bereitgestellt, so daß auch die, die erst am frühen Morgen aufgebrochen waren, zu einem Frühstück kamen. Nebenbei konnte dann auch die aktuelle Modellpalette von Volkswagen begutachtet werden.












Schon am Donnerstag war das K70-Jahrestreffen recht prominent in der lokalen Presse, der Dithmarscher Landeszeitung, angekündigt worden, am Sonnabend dann noch einmal in den Veranstaltungshinweisen. Die lokale Presse im Vorfeld des Treffens zu informieren macht also schon Sinn, denn es kam auch ein Interessent für einen Clubbeitritt zu uns, der noch nie von uns gehört hatte und nur durch den Presseartikel auf das Treffen aufmerksam geworden war. Am Sonnabend selbst war dann auch ein Vertreter der DLZ vor Ort, der sich ausführlich über den Club und den K70 informierte. Von den K70 und seinen Fahrern wurden für einen Presseartikel auch Fotos gemacht.

Solche Öffentlichkeitsarbeit kann also immer wieder zu interessanten Begegnungen führen, viele Interessierte kamen auch, um mal wieder einen K70 zu sehen, nicht selten, weil man vielleicht selbst einmal einen gefahren hat.

Der erste Anlaufpunkt war nur ein paar Kilometer entfernt, es war der Heider Wochenmarkt. Die K70 wurden an einem Bahngelände abgestellt, direkt in der Heider Innenstadt ist sonst kein Parkplatz für so viele Fahrzeuge an einem Sonnabend zu bekommen. Der Heider Wochenmarkt findet seit über 500 Jahren jeden Sonnabend statt, dort werden nicht nur Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst, Käse, Textilien und Fisch, sondern auch lebendes Kleinvieh wie Hühner, Kaninchen, Gänse und Enten angeboten, gerade für Kinder und Städter ein interessanter und ungewohnter Anblick. Die zahlreichen Restaurants, Cafés, Eisdielen und auch die Wurst- und Fischbuden auf dem Markt boten Gelegenheit für eine Zwischenmahlzeit.






Es schloß sich die Etappe Heide – Pahlen – Erfde – Friedrichstadt an. Friedrichstadt ist eine von holländischen Religionsflüchtlingen (Remonstranten) gegründete Siedlung, die mit ihren Bauten und den Grachten sehr an holländische Städte erinnert. Hier boten sich sowohl die Möglichkeit zu Tretboot- und Grachtenfahrten als auch für den obligatorischen Kaffee für die Teilnehmer des Treffens, während die K70 wieder in der Nähe der Bahnhauptlinie Hamburg – Westerland (Sylt) einen Abstellplatz hatten.

Der zweite Teil der Rundfahrt führte dann über Tönning – Kotzenbüll – Garding (ab hier begann ein Gewitter mit starken Regenfällen) – St. Peter – Eidersperrwerk (Besichtigung entfiel wegen der Witterung) – Wesselburen – Wöhrden – Ketelsbüttel und Hemmingstedt wieder nach Heide zum Restaurant „Theseus“, dem Ort des abendlichen gemütlichen Beisammenseins.


Hier genossen die Teilnehmer die zuvor gewählten Speisen südeuropäischer Herkunft und auch das eine oder andere gehaltvolle Getränk, um sich dann, je nach Temperament, zur Nachtruhe zu begeben oder die Feier in der Unterkunft mit Hochprozentigem fortzusetzen.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Teilnehmer dann am Kandelaber auf dem fast leeren Marktplatz, um von dort die Rundreise am Sonntag zu beginnen. Durch den Speicherkoog am Surfsee vorbei ging die Fahrt zur aus der ZDF-Serie „Hallo Robbie!“ bekannten Seehundaufzugsstation Friedrichskoog, die dann von den 28 Erwachsene und 13 Kindern besichtig wurde. Zu der Zeit war nur ein Heuler zu sehen, aber die fünf Seehunde der Stammbesatzung sorgten auch so für genug Kurzweil. Ein Aussichtsturm auf dem Gelände erlaubte denjenigen, die die Strapaze des Aufstiegs auf sich genommen haben, einen herrlichen Rundblick über die topfebene Landschaft und auf die Dächer der K70 auf dem Parkplatz. Natürlich wurde auch bei diesem Halt wieder die Gelegenheit zu Kaffee und Fischbrötchen direkt am Hafen genutzt, bevor die Fahrt durch die von Windenergieanlagen beherrschten Köge Richtung Kanalschleusen Brunsbüttel ging. Dort konnte die Schleusung eines Container-Feeders und anderer Schiffe beobachtet werden, auch hier wieder die Möglichkeit zu Speis’ und Trank.

Der K70-Konvoi setzte dann mit den kostenlosen Kanalfähren zur Südseite über, dort ging die Fahrt durch das riesige Industriegebiet, vorbei an der größten Windenergieanlage der Welt und dem Kernkraftwerk Brunsbüttel in den Kreis Steinburg. In Burg brachte eine andere Fähre die Teilnehmer dann wieder an das dithmarscher Ufer. Nachdem dann alle Fahrzeuge übergesetzt wurden, ging die Fahrt zurück nach Heide zum Markplatz. Die Insassen enterten unangemeldet das mexikanische Restaurant „Mex“ in der Heider Kneipenmeile „Schuhmacherort“. Die dortige Mannschaft meisterte die Herausforderung aber und so wurde es dort ein schöner Abend.

Am Pfingstmontag trafen sich die K70-Begeisterten noch einmal vormittags auf dem Heider Marktplatz, um sich zu verabschieden. Das Wetter war mittlerweile so schlecht geworden, dass keine Motivation für eine weitere Unternehmung mehr bestand.


Während der Rundfahrten gab es diesmal keine Pannen, Josef Wasmuths texasgelber ’73er hatte schon in Hamburg wegen eines losen Bremssattels gegen einen R5 getauscht werden müssen, bei Jörg Peter Neumanns K70 zeigte die Elektrik Ermüdungserscheinungen. Haupt- und Fernlicht, Wascherpumpe und andere Verbraucher waren tot, vermutlich hat der Schalter im Zündschloß eine Macke. Auf der Rückfahrt erwischte es dann Jörg Henze, der kurz vor seinem Ziel seinen K70 auf dem Pannenstreifen mit einer defekten aufgearbeiteten Kraftstoffpumpe ausrollen lassen mußte, das Kupfermaterial der Membrane hatte sich zerbröselt.


Mario zerriß dann noch der Keilriemen auf der Heimfahrt, der war der Belastung durch eine schwergängige Kühlmittelpumpe nicht gewachsen. Selbstredend hatte Mario Ersatz an Bord und erreichte mit seinem K70 Winsen/Aller aus eigener Kraft. Auf mangelnde Wartung ist das alles nicht zurückzuführen, die ersten Anzeichen für eine Macke in der Elektrik gab es bei Jörg Peters K70 zwar schon, aber den Fehler zu finden ist nicht immer so einfach, Josef hatte seinen K70 erst frisch erworben, Jörg hatte ja extra eine überholte Kraftstoffpumpe eingebaut, das diese nach ein paar hundert Kilometern schon wieder defekt wird, ist nicht vorauszusehen gewesen. Keilriemenrisse können immer auftreten, deswegen haben die meisten ja auch Ersatz dabei. In den Jahren zuvor hatte es ja heftigere Defekte gegeben, von den sich auflösenden Vergaserflanschen aus der Nachfertigung bis zu zerfallenden Abgasanlagen war ja einiges dabei. Die K70 werden wohl zunehmend besser, die sorgfältige Wartung trägt erste Früchte.

Im „Mex“ hat Markus Retz dann offiziell verkündet, dass das Pfingsttreffen 2006 in und um Weißbach im Hohenloher Land von ihm und seiner Katja organisiert wird. Selten, dass das so früh offiziell bekannt wurde und somit ein Tagesordnungspunkt weniger, bei dem die Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung an die Decke oder zu Boden schauen, wenn nach Freiwilligen für die Ausrichtung des nächsten Jahrestreffens gefragt wird. Vielleicht macht sich der eine oder andere ja schon einmal Gedanken, das Jahrestreffen 2007 auszurichten, je eher so etwas bekannt ist, um so eher können Urlaubsplanungen darauf abgestimmt werden. In diesem Jahr war es wegen der unklaren Lage um das Werksjubiläum in Salzgitter leider recht spät, dass der Ort und der Termin feststanden, dafür war die Beteiligung doch recht gut.

Text: Hans-Ulrich Neumann
Fotos: Andreas Kernke, Hans-Ulrich Neumann



Bilder vom Treffen
     
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